Freitag, 31. Juli 2009

Ich melde mich zum Dienst!

Tach.
Zu Beginn meiner Ausführung gebührt es der Anstand, dass ich mich kurz vorstelle: Wie mein Freund Andymann bereits erzählte, sind diesem Blog bereits diverse und nicht ganz ungefährliche Selbstversuche zu diesem Thema vorhergegangen. Andymann und ich beschlossen diese Erfahrungen sowie wissenschaftlich als auch philosophisch näher zu ergründen, die Erkenntnisse festzuhalten und sie der Mit- und Nachwelt zur Verfügung zu stellen. Aus Gründen des Datenschutzes/Geheimhaltung ist mein Name verfälscht. Dies muss auch so beibehalten werden, da ich aufgrund meiner Prominenz Angriffe der Medien, insbesondere der "Yellow Press" befürchte. Das ich erst jetzt in den Blog einsteige möge man mir verzeihen. Die Gründe waren lediglich technischer Art. Nun denn...

Im Moment findet an meinem momentanen Aufenthaltsort eines der größten Bierfeste Deutschlands statt. Wobei die Größe der Festes nicht mit der Besucherzahl oder dem Bierausstoß definiert wurde, sondern mit dem Menge des Bierkonsums pro Besucher. Was nichts anderes bedeutet, als dass hier unglaublich viel Bierkonsumiert wird und die ersten zu bemitleidenden Überbier-Kandidaten bereits um 11.00h antreffen kann. Dieser Blog kann vielleicht dazu beitragen, dieses schaurige Bild zu minimieren, wenn wir die Aufklärung der Zusammenhänge von Über-Fleisch und Unter-Bier vorantreiben können. Durch die Teilnahme bei diesem Blog laufe ich viel aufmerksamer durch unsere Welt und muss feststellen, dass sich die gesamte Konsumwelt bereits stark mit diesem Thema auseinandersetzt ohne es selber zu merken. Wieso beinhaltet sonst die Speisekarte eines Biergartens neben Hax'n fast ausschließlich fette, fleischhaltige Speisen? Wieso gibt es sonst im Kino ein Sparmenü mit Bier und fettigen Nachos? Wieso stehen sonst im Supermarkt neben den Grilluntensilien (gegrillt wird ja hauptsächlich Fleisch...) die Bierfässchen? Folglich ist die Aufklärung der Menschheit über unser persönliches Fleisch-Bier-Gleichgewicht nicht fern, da die Vorraussetzungen bereits geschaffen sind. So auch bei dem Bierfest! Im Zentrum des Bierfestes steht das Festzelt für den gepflegten Bierkonsum. Rundherum befinden sich Stände mit allerlei Leckerei. Auffällig hierbei ist, dass auch wirklich keine einzige fettarme Speise und nur wenige fleischlose Speisen angeboten werden. Auch hier hat sich also der Konsum einem unserer innersten, größten Triebe angepasst, dem Trieb nach innerem Gleichgewicht und vollendeter Zufriedenheit. Viele Kulturen, allem voran die Asiaten, haben sich bereits sehr früh diesem Thema angenommen und sich auf den Holzweg des Erreichens des spirituellen Gleichgewichts begeben. Die uralten asiatischen Techniken sind heutzutage mehr und mehr dabei die westliche Welt zu überrennen. YinYang, Daoismus, Ch'i, Kung Fu, Buddismus und Yoga (hier gibt es bereits sogar Spielekonsolen zum Erreichen des Gleichgewichtes) sind nichts anderes als eine Fehlinterpretation der des natürlichen, menschlichen Bestrebens nach dem inneren Gleichgewicht. Kein Wunder, dass diese Fehlinterpretation in dem fernen Osten ihre Wurzeln hat, betrachte man nur die traditionellen, oft fett-und fleischarmen Speisen der Asiaten und der Unverträglichkeit dem Alkohol gegenüber. Asiatische Speisen sind im Übrigen, die einzigen, die bei dem Bierfest nicht angeboten werden. Am Mittwoch habe ich mich vorsätzlich dazu verabredet, diese Studie fortzuführen und neue Erkenntnisse zu gewinnen bzw. andere zu bestätigen. ACHTUNG! Der Vorsatz und die Durchführung zum starken Alkoholkonsum ist sehr gefährlich und sollte nur durch erfahrene Personen durchgeführt werden. Wir gefährlich der Vorsatz ist, erfuhr ich sofort zu Beginn, da ich hier einen strategischen Fehler gemacht hatte. Nur Aufgrund meiner Erfahrung fand nahm dieser Fehler kein böses Ende. Als ich auf das Bierfest ging hatte ich Hunger. D.h. ist hatte Unter-Fleisch. Bis dahin nichts Schlimmes. Ich kam an und mein Freund Stefan Jot winkte mir bereits zu. Ich holte mir die erste Maß und gesellte mich zu Ihm. Draufhin bestellte ich mit etwas zu essen. Mir war nach Currywurst mit Pommes. Erfahrene Leser von Euch haben vielleicht den Fehler bemerkt: Ausgangsaggregatzustand war Unter-Fleisch. Vor mir stand nun ein frisches, kaltes Festbier (5,8 vol%) in geselliger Runde. Und das Essen? ...Lies auf sich warten! Ich lies mich also von der Stimmung leiten und hörte nicht auf die offensichtlichen Signale meines Körpers. Damit stürzte ich mich in ein gnadenloses Über-Bier. Und das gleich zu Beginn des Abends - Ein Desaster. Deprimiert von meinem unbesonnenen Leichtsinn, begann ich mit der Schadensbegrenzung. Sofort nach der Curry-Wurst bestellte ich mir eine riesige Riesenbrezel, die wirklich riesig war. Vielleicht mögen sich nun einige von Euch Fragen, warum meine Wahl auf eine Brezel fiel (Hier geht`s doch um Fleisch...). Nun, hier machte sich meine Erfahrung bezahlt: Alle Kohlenhydrate zählen zu den Stoffen der "kurzfristigen korrigierenden Substanzen". Solche Substanzen können Peaks in der Gleichgewichtskurve abschwächen, sind aber eher kurzfristig wirksam und dienen nicht der langfristigen Erhöhung der Bierkapazität, wie Fett und/oder Fleisch. Die Brezel war also ein geeignetes Mittel in meiner Notlage. Gleichzeitig drosselte ich den Bierkonsum der zweiten Maß. Das vorsichtige Nippen fiel in geselliger Runde selbstverständlich sofort auf, was zur Folge hatte, dass ich den Konsum nicht in dem Maße drosseln konnte, wie angedacht. Gleichzeitig mit dem Ordern der dritten Maß gönnte ich mir ein fettiges, überbackenes Mozzarella-Baguette sowie Bratwürste. Bei dem fleischlosen Speisen ist unbedingt darauf zu achten, dass der Anteil von tierischen Fetten ausreichend hoch ist. Nun war es soweit! Ich hatte das Gleichgewicht für kurze Zeit gefunden. Zufrieden und voller Glück genoss ich das Spektakel um mich herum... Und dann bekam mich der Übermut. Ich wollte eine vierte Maß und ich wusste ganz genau, dass die Zeit nicht mehr ausreichen würde, den Bierkonsum auszugleichen und im Gleichgewicht zu bleiben. Das nennt man im Volksmund "betrinken". Nach der vierten Maß fand ich mich Singend und Tanzend mit meinem Kollegen Rudi Joppst auf einer Bierbank mit lauter 17-jährigen, Colaweizen trinkenden, mitunter attraktiven Mädchen. Mit mäßig starken Überbier, begab ich mich zu Fuß auf den 15-minütigen Nachhauseweg. Ohne Komplikationen fiel ich neben meiner Frau ins Bett und schlief sofort ein. Am nächsten Morgen ging es mir bis auf einen hinterkopflastigen Schmerz sehr gut. Der Schmerz ist definitiv auf die vierte Maß zurückzuführen und der zu gering gewählten Zeit zwischen dem letzten Schluck Alkohol und dem Schlaf.

Aber dazu ein andermal mehr. Der Beitrag ist ohnehin etwas lang geraten.
Am heutigen Freitag und am Samstag werde ich wieder Selbstversuche auf dem Fest durchführen. Prekär ist, dass ich am Sonntag Mittag das erste Fußball-Pflichtspiel der neuen Saison absolvieren werde...

Bis dann dann!

1 Kommentar:

  1. Guter Bericht, Überzeugende Darstellung, sehr lohnenswert vor allem für Unerfahrene. Bild auch gut!
    Leider sehr weit entfernt alter Konsum-Marken!
    Grüße an Herrn Jot und den Kollegen Joppst.

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